Chrischtbaumkügli

Am Morgen des Himmelfahrttags startet die Reise in Herzberg am Harz. Zwei PKW sind zusammen mit 5 Leuten, Gepäck und 5 Fahrrädern bereit zur Abfahrt nach Rothenburg ob der Tauber. Soweit so gut.

Direkt hinter der Werratalbrücke der A7 nördlich von Kassel vermuten wir, dass der Himmelfahrtstag seinem Namen alle Ehre bereiten will. Um 11 Uhr ist es finster wie in der Nacht, Wolken streifen über die Autobahn und wolkenbruchähnliche Niederschläge ergießen sich über die Fahrbahn. Direkt auf Höhe der Stadt Kassel ist der Spuk beinahe so schnell vergangen wie er erschienen ist. Der Rest der Anreise nach Rothenburg ob der Tauber verläuft erfreulich stressarm. Es ist sogar Zeit für einen Boxenstopp.

In Rothenburg angekommen fahren wir direkt auf unsere Unterkunft im Best-Western-Hotel zu. Wir parken die Autos, laden aus und begeben uns zu Fuß auf Sightseeingtour in die Stadt. Natürlich sind wir nicht allein, denn neben den zu erwartenden Japanern tummeln sich noch Unmengen anderer Touristen in der Stadt. Uns zieht es zunächst zum Marktplatz. Von dort aus schlendern wir durch die Gässchen und trinken ein Käffchen mit malerischem Ausblick über das Taubertal. Den für diese Region bekannten Schneeballen lassen wir uns natürlich auch schmecken. Derart gestärkt schlendern wir weiter durch die Straßen, um schließlich dem nahenden Regen durch einen Marsch längs/auf der überdachten Stadtmauer zu entfliehen. Auf dem imposanten Gang oberhalb der Häuser Rothenburgs sind wir begeistert davon wer alles zur Sanierung der Mauer beigetragen hat: Firma Kamax aus Osterode am Harz, Hersteller alkoholischer Getränke, die Mineralölindustrie, namhafte und unbekannte Japanische Unternehmen und Privatpersonen sowie jede Menge Enthusiasten. Nach dem Besteigen des Turms am Rödertor (Eintritt EUR 1,50 pro Person) marschieren wir auf der Mauer weiter. Nach einiger Zeit steigen wir von der Stadtmauer herunter und wollen unseren Durst in einem Lokal stillen. Natürlich fängt es an zu regnen und wir rücken unter einem aufgespannten Sonnen Regenschirm zusammen. Der unfreundliche Kellner knallt uns erst nach Aufforderung eine Weinkarte auf den Tisch und bringt uns dann einen überteuerten Wein. Lesson learned! Wir verlassen das Lokal und machen uns auf die Suche nach einem guten Lokal, in dem wir auch etwas essen möchten.

Auf unserem nicht zielgeführten Weg durch die Innenstadt lässt es sich nicht vermeiden zumindest einen Blick in das Fenster von Käthe Wohlfahrts Weihnachtsmuseum zu erhaschen. Nicht nur wir, sondern auch eine Gruppe Schweizer ist von der kitschig-schönen Auslage begeistert, was die Schweizerinnen mit einem verzückten Ausruf von „Chrischtbaumkügli!“ untermauern.

Eine Ecke weiter stoßen wir in der Heringsbronngasse auf das Restaurant vom Hotel Klosterstüble. Dort bekommen wir leckeres Essen mit guten Getränke zu einem angemessenen Preis in einer ganz tollen Atmosphäre. Der Service ist einzigartig: aufmerksam, herzlich und dennoch sehr dezent. In einem Brauereiausschank lassen wir den Abend bei einem Glas Bier ausklingen. Morgen müssen wir ja reintreten!

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