Bad Mergentheim – Wertheim am Main

Der Tag beginnt mit einem sehr fürsorglichen Frühstück, bei dem ums die Wünsche nahezu von den Augen abgelesen werden. Apropos lesen, es gibt sogar die aktuelle Tagespresse zum Schmökern. Von Schonkaffee gestärkt packen wir unsere sprichwörtlichen sieben Sachen und laden das Gepäck zum Weitertransport an der Rezeption ab.

Das Ziel der heutigen Etappe heißt Wertheim am Main. Alex und ich sind im letzten Sommer schon auf unserer Radtour gewesen in Wertheim gewesen. Nach einer kurzen Orientierungsfahrt in Richtung Stadtzentrum finden wir auch den ausgeschilderten Taubertalradweg. Wir folgen der Ausschilderung und begleiten eine Triathletin mit Ihrem Kind bis nach Niki Lauda.  Das nächste Ziel auf unserer Etappe lautet Tauberbischofsheim. Bevor wir die Stadt erreichen weist ein Schild auf die Distelhäuser Brauerei hin. Leider bin ich der einzige im Grupetto, der am Morgen ein Bier zischen könnte. Naja, wir radeln weiter in die Fechtmetropole Tauberbischofsheim, die sich zu unserer Überraschung als Partnerstadt von Duderstadt erweist. Auf dem Marktplatz werden wir überraschenderweise mit Saxophon- und Blasmusik empfangen. Der heutige Tag biete zwei Anlässe zum Feiern: Unser Grundgesetz wurde vor genau 60 Jahren verkündet und es wird die Bundespräsidentenschaft neu gewählt. Der Marktplatz ist mit Leuten und informativen Ständen bestens gefüllt. Wir können aber einen Tisch eines Cafés erobern und trinken Kaffee in der Sonne bei musikalischem Rahmenprogramm. Alex entdeckt, dass es Butterbrezeln gibt und schlägt zu. Mir gelüstet es im Anschluss an diesen Snack noch nach einem LKW, aber es lässt sich zu meinem Leidwesen keine geöffnete Metzgerei finden.

Wir verlassen auf dem bestens ausgeschilderten Radweg. Auf der heutigen Etappe verläuft der Radweg mehr oder weniger abseits der Ortschaften, was nicht unbedingt schlecht ist. Ein Zwischenziel haben wir schon im Fokus: das Kloster Bronnbach. Von der Tour des Vorjahres wissen wir, dass es hier leckeren Kuchen im Biergarten gibt. Wir werden nicht enttäusch, denn es gibt noch den Bronnbacher Kirschkuchen. Derart gestärkt soll es dem Ziel der heutigen Etappe entgegen gehen. Für den ersten knackigen Anstieg ist auch etwas Power nötig. Locker flockig radeln wir Wertheim entgegen.

In Wertheim selber konnten wir keine Zimmer buchen, weshalb wir die Mainbrücke überqueren müssen. Wir werden aber nicht enttäuscht, denn der Landgasthof Franz soll sich als Volltreffer erweisen. Nach einer Dusche und einem Getränk radeln wir entspannt zurück über den Main nach Wertheim. Dort zischen wir einen Schoppen Wein und möchten dann in einem andern Lokal eine fränkische Bratwurstplatte verputzen. Im letzten Sommer waren wir angenehm von der Kneipe überrascht, aber es scheint, dass sich Personal aus dem Harz eingeschlichen hat. Fünf Personen können einfach nicht draußen bedient werden, da könnte ja jeder kommen. Was solls, wir lassen die Marktwirtschaft sprechen und futtern nebenan. Dort werde ich auch unterrichtet, dass der HSV nach dem Debakel zum Saisonende noch eine Euroleague-Platz ergattern kann.

Wir gehen also in die Weinschänke zurück und wollen einen abschließenden Schoppen zu uns nehmen. Auch hier hat der Harz Einzug gehalten. Für fünf Leute gibt es keine zusammenhängenden Plätze mehr und in den 20 freien Plätzen des Biergartens wird einfach nichts mehr serviert. Was verstehen wir denn davon. Wir statten also der Tauber einen kurzen Besuch ab und radeln in „unseren“ Gasthof. Dort gibt es Bier aus den benachbarten Spessart-Specht-Brauerei (nur 200 Meter die Straße rauf) und leckeren Wein. Wir werden dor richtig gut behandelt. Geht doch!

Morgen geht es leider schon wieder gen Heimat…

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