Sommertour09: Kreuzwertheim – Rothenburg ob der Tauber

Nach einer erholsamen Nacht begeben wir uns zum Frühstück in den Gastraum. Wie uns bereits bekannt ist, hat der Landgasthof Franz ein super Frühstücksbuffet im Angebot. Gut gestärkt kann uns unterwegs eigentlich nichts und niemand etwas anhaben.

Als heutiges Tagesziel haben wir uns Rothenburg ob der Tauber auserkoren. Wir kennen die Strecke noch vom Mai und wollen ebenfalls wieder die zwei damalige Etappen auf einmal erledigen. Allerdings hat es über Nacht geregnet und die Strecke ist nass. Daher starten wir in Regenkluft und ziehen auch die Regenabdeckungen über unsere Rucksäcke. Bei der Abreise sehen wir übrigens immer noch die Schlammspur wo wir am Vortag auf der Straße unsere Räder abgeklopft haben. Wir überqueren den Main und schieben durch die Fußgängerzone zur Tauberbrücke. Bis nach Tauberbischofsheim flitzen wir den klassischen Taubertalradweg hinauf. Barbossa jammert seiner Frau die ganze Zeit vor wie schön es gewesen wäre, wenn wir im Mai in Diestelhausen einen Stopp bei der Diestelhäuser Brauerei eingelegt hätten. Als wir an der Kreuzung sind will er nicht mehr dorthin und Clobber Girl schafft es Barbossa zu einem Einkehrschwung zu überreden.

Wir biegen hinter TBB links ab und wuchten empor zur Brauerei nach Diestelhausen. Dort wird zwar erst ab 11 Uhr geöffnet, aber ein leckeres kleines Landbier serviert uns die nette Kellnerin auch schon 10 Minuten früher. Der Abstecher ist wirklich der Tipp – leckeres Bier direkt vom Erzeuger in gemütlicher Atmosphäre!

Bei der Weiterfahrt macht sich das kleine Bier allerdings sehr stark bemerkbar. Fast eine Stunde lang radeln wir wie ferngesteuert das liebliche Taubertal hinauf. Vor Bad Mergentheim macht sich Hunger breit und wir entscheiden für einen Snack beim Bäcker. Auf dem Weg in die Innenstadt macht uns ein Dorfsheriff vom Ordnungsamt darauf aufmerksam, dass wir falsch herum in einer Einbahnstraße unterwegs sind – direkt neben dem Schild stehend, durch welches genau ein solches Befahren erlaubt ist. Schaumschläger! Wir kennen uns ja etwas aus und finden auch einen legalen Weg durch die Einbahnstraßen zu einem Bäcker. Wir verputzen ein paar Teilchen, Kaffee und Schorle.

Von nun an geht es im wahren Sinne des Wortes mit Rückenwind weiter. Wie gestern vermutet, schiebt uns der Rückenwind über Weikersheim nach Creglingen hinauf. Bei Creglingen zieht vom Himmel her Ungemach auf und wir entscheiden uns für einen letzten Stopp im Bistro am Turm. Alkoholfreies Weizen soll uns die Power für den Rest des Weges verleihen und die verbrachte Zeit soll uns den Regen ersparen. Kraft haben wir bekommen, aber der Regen bleibt uns auf dem Weg nicht erspart.

Von hier an wird es wellig. Es geht bergauf und bergab. An einem Anstieg oberhalb von Tauberzell gelingt es Herrn Barbossa zu Frau Clobber Girl in der Kettenfresserwertung aufzuschließen. Wie zum Hohn beginnt es auch noch zu schütten. Nach der Instandsetzung stellen wir uns unter und warten das Schauer ab. Ein paar regenfeste Holländer mit einem Hund im Tarnanzug auf dem Gepäckträger radeln grinsend im Regen an uns vorbei.

Nach kurzer Zeit treten wir bei nachlassendem Regen wieder rein. In Sichtweite unterhalb von Rothenburg ob der Tauber werden wir noch einmal von oben begossen. Die heftigen Güsse warten wir unter einem Baum auf der Höhe Fuchsmühle ab und strampeln in direktem Kurs aus Rothenburg ob der Tauber zu. Clobber Girl gewinnt bei Regen die Bergwertung und Barbossa findet ein Hufeisen vor dem Marktplatz. Daher vermute er, dass wir Glück bei der Zimmersuche im Hotel Klosterstüble haben werden. In der Tat wir bekommen ein Superzimmer! Während ich die Räder verstaue nimmt die Dame mit dem virtuellen gepunkteten Trikot ein wärmendes Wannenbad. Ich stelle mich anschließend ebenfalls her, damit wir uns stärken können. Auch die Küche des Klosterstübles kann nur empfohlen werden: Maultaschen als Suppe oder Hauptspeise und Braten sind vom Feinsten.

Wir überbrücken die Zeit bis 21:30 Uhr mit einem Stadtrundgang entlang des Wehrgangs an der Stadtmauer. Ablenkung bei unserem Rundgang durch die Stadt bietet Landwehr-Bräu aus einer Brauereikneipe und Wein aus der Altfränkischen Weinstube. Wir haben – aufgrund unserer Erfahrungen mit dem Würzburger Nachtwächter und dem Braunschweiger Nachtwächter Hugo – für halb zehn nämlich einen geführten Rundgang mit dem Rothenburger Nachtwächter geplant. Hans Georg Baumgartner bringt uns in seiner Rolle als Nachtwächter auf unterhaltsame Weise die Geschichte der Stadt Rothenburg, das Gebahren der Ratsherren und das Mannloch nahe. Die Zeit vergeht wie im Flug. Dann ist es auch wieder Zeit für die Bettdecke, denn am nächsten Morgen gehts es schließlich weiter.

Der Tacho vermeldet wieder deutlich über 100 km, nämlich 107,9 km. Die abgeradelte Strecke ist als „Sommertour09: 03. Kreuzwertheim – Rothenburg o.d.T.“ mit 102,9 km bei bikemap.net hinterlegt.

Fazit des Tages: Kein Bier mehr unterwegs – Hufeisen bringen Glück – 2:2 in der Kettenfresserstatistik

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